Freitag, 4. April 2008
Mut zu weiteren Schritten
Ich habe heute ein schönes Zitat gefunden, dass mir geholfen hat mein Ziel nicht zu verlieren und mich nicht entmutigen zu lassen. Ich muss hier wirklich Wände einrennen. Aber ich bleibe erstmal bei mir und versuche mein Konstrukt weiter auszubauen.

"Der Pädagogiker ist in die Gesellschaft eingeflochten. Er unternimmt es sich gegen sie zu stellen. - denn denkt er Neues, so denkt er gegen das Übliche, noch nicht Rationalisierte, gegen das Gewohnte seiner Zeit, - es ist seine Tragik oder Komödie, dass sein Tun in erst ihrer Gefolgschaft bedarf, um vollendet zu sein."[Bernfeld 1925, S.16f]

Bernfeld S.: Sisyphos oder die Grenzen der Erziehung. Frankfurt am Main (6. Aufl.) 1990 Suhrcamp

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Donnerstag, 3. April 2008
Mein Ostergeschenk
Der Osterhase schenkte mir ein interessantes Buch, aus dem ich kurz ein Stück zitieren möchte. Es ist zwar auch dort nur zitiert, ist aber ein schöner Gedanke für den heutigen Tag. Es geht dabei um Gehorsam und Folter:

»Es gibt mehr vernünftige Gründe für Ungehorsam als für Gehorsam... Jeder Gehorsam wurde hinterher entlarvt als eine Gefahr für uns alle. Der Satz »Wer nicht hören will, muss fühlen«, ist eine Forderung nach der größtmöglichen erzieherischen Dummheit... Was mich von den Schäden, die ihr mir mit eurem Gehorsamszwang zugefügt habt, am Meisten ärgert, ist die Beeinträchtigung meiner Intelligenz; die Verzögerung durch Scheu beim Finden einer Lösung. Gehorsam verdummt. Mit Gehorsamshaltung wäre die Relativitätstheorie nicht entstanden. Albert Einstein machte seine Entdeckung durch Naivität, das ist Nichteingeschüchtertsein« [Rauter 1979, S. 25]

Da musste ich gleich an Schule denken, da steht Gehorsam ja auch auf der Tagesordnung. Nicht auszudenken, wenn dort Gehorsam und Zwang ausgeschaltet werden.

Literatur:

Braunmühl E. v.: Der heimliche Generationenvertrag. Jenseits von Pädagogik und Antipädagogik. Reinbek bei Hamburg (Rowohlt) 1986

Rauter E. A.: Brief an meine Erzieher. München (Weismann Verlag) 1979

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Meine ersten Versuche
Heute habe ich die ersten Kontakte mit Lehramtsstudenten gehabt und ihnen von meiner Idee berichtet. Dabei musste ich mit Bedauern feststellen, dass es doch nicht so einfach ist, das Thema klar zu machen und andere dafür zu begeistern. Es ist immernoch der Gedanke da, dass Schule die Welt besser macht und dass fehlende Schule noch mehr Chaos erzeugt.

Ich werde trotzdem weitr dranbleiben und Gleichgesinnte suchen.

Thomas

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Montag, 31. März 2008
Motivation zu dieser Seite
Hallo, liebe Blogleser und vielleicht auch Schreiber,

ich bin Lehramtsstudent an der TU Dresden und befinde mich gerade in einem Dilemma, welches zu diesem Blog geführt hat.

Schule, mein späteres Arbeitsfeld hat schon eine lange menschliche Tradition. Blicken wir auf ihre Geschichte und ihre Anfänge, so leitet sich das Wort Schule vom Lateinischen ab und bedeutet "Muße". Vergleichen wir diesen Begriff mit der Wirklichkeit, so tut sich da der eine oder andere Unterschied auf. Schule ist heute nicht mehr das, was sie mal war und ist von seiner ursprünglichen Bedeutung weit entfernt.
Im Studium stellte ich mir viel zu häufig die Frage, wie man Schule besser machen kann. Nach viel Überlegen und einigen Büchern mehr bin ich dann zur Frage dieses Blogs gekommen.

Schule bleibt Schule, egal ob wir sie reformieren oder nicht. Der Bildungsapparat wir größer und größer. Dieses Moloch scheint die ganze Welt unter sich begraben zu wollen. Bald wird es eine Schule geben, die uns beibringt was wir tun müssen, wenn wir Hunger haben und wie wir am Geschicktesten sterben. Schule wird die einzige Einrichtung werden, die zur Ausbildung des Menschen fähig ist, das Leben als Lernraum geht gänzlich verloren.

Ich selbst bin gerade nicht mehr in der Lage, jemals Bediensteter (oder eher Sklave) dieses Molochs zu werden. Ich will die "Entschulung der Gesellschaft" [Illich, I.].

Wer Interesse hat, melde sich bitte über diesen Blog bei mir. Wir wollen Hinterfragen und Alternativen suchen.

Es grüßt Thomas

Noch einige Literatur:

Hentig, H. v.: Cuernavaca oder: Alternativen zur Schule?, Stuttgart/München 1972 (Klett/Kösel)
Horkheimer, M.: Autorität und Familie. (1936) in: Geißler, E. E.: Autorität und Freiheit, Bad Heilbrunn/Obb 1970 (Klinkhardt)
Illich, I.: Entschulung der Gesellschaft. Mit einem Vorwort von Hartmut von Hentig, München 1972 (Kösel)
Neill, A. S.: Theorie und Praxis der antiautoritären Erziehung. Am Beispiel Summerhill, Hamburg 1969 (Rowohlt)
Schroedter, T.: Antiautoritäre Pädagogik. Zur Geschichte und Wiederaneignung eines verfremdeten Begriffes, Stuttgart 2007 (Schmetterling)

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